Neue Vorschriften bei der Hauptuntersuchung – wer das übersieht, zahlt 40 Euro

Neue Vorschriften bei der Hauptuntersuchung – wer das übersieht, zahlt 40 Euro

(Bild, Enis Yavuz, unsplash)

Kleinere Mängel können künftig eine Nachprüfung bei der Hauptuntersuchung (HU) erfordern. Diese Änderung kann teuer werden, wenn man sie übersieht.

Die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) soll umfassend angepasst werden, was auch die Hauptuntersuchung betrifft. Diskutiert wird aktuell der Wegfall der sogenannten „Mängelschleife“.

Was bedeutet die Mängelschleife bei der HU?

Die Mängelschleife bezeichnet den Prozess, der eintritt, wenn ein Auto die HU nicht besteht oder Mängel festgestellt werden. Diese regelmäßige Prüfung stellt die Verkehrssicherheit und Umweltverträglichkeit sicher. Werden Mängel festgestellt, erstellt der Prüfer eine Mängelliste. Die Fahrzeughalter müssen diese Mängel beheben und das Fahrzeug erneut vorführen.

Laut einem Bericht von Auto Motor und Sport, der sich auf ein Schreiben an den Verband des Kfz-Gewerbes NRW stützt, könnte dieser Prozess bald entfallen. In Zukunft könnten auch kleinere Beanstandungen dazu führen, dass das Fahrzeug durchfällt und eine kostenpflichtige Nachprüfung erforderlich wird.

Ob diese Änderung tatsächlich umgesetzt wird, ist derzeit noch unklar. Das Bundesjustizministerium (BMJ) prüft den Vorschlag auf seine Rechtmäßigkeit.

Welche Nachteile könnten entstehen?

Autobesitzer müssen mit zusätzlichen Kosten rechnen, da eine Nachprüfung 30 Euro kostet. Wird die Frist von einem Monat zur Behebung der Mängel versäumt, droht ein Verwarngeld von 40 Euro.

Zusätzlich könnten durch die Änderungen weitere Nachteile entstehen. Wie t-online berichtet, könnte der erhöhte Aufwand vor allem dann problematisch werden, wenn das Fahrzeug bei schwerwiegenden Mängeln nicht in einem Meisterbetrieb steht. In solchen Fällen darf es nach der HU nicht mehr bewegt werden und muss kostenpflichtig abgeschleppt werden.

Auch die Sicherheit und Qualität der Hauptuntersuchung könnten gefährdet sein. Der Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK) warnt vor vermehrter Schwarzarbeit, wenn branchenfremde Unternehmen in die HU einbezogen werden und Autos in nicht zertifizierten Betrieben repariert werden.