(Bild, frimufilms, www.freepik.com)
Die Niederlande haben zum Jahresbeginn 2026 die Bußgelder für Verkehrsverstöße erheblich angehoben. Diese Maßnahme soll die Verkehrssicherheit erhöhen und die gestiegenen Kosten im öffentlichen Sektor ausgleichen. Besonders drastisch fallen die Strafen für gefährliche Verstöße wie die Nutzung eines Handys am Steuer oder das Falschparken auf Behindertenparkplätzen aus.
Gründe für die Anpassung der Bußgelder
Die niederländische Regierung begründet die Erhöhung der Bußgelder mit der Notwendigkeit, die Verkehrssicherheit zu verbessern und die Kosten für die Überwachung des Straßenverkehrs zu decken. Bereits im Oktober 2025 hatte das Parlament beschlossen, die Bußgelder an die gestiegenen Kosten anzupassen. Die neuen Sätze traten am 1. Januar 2026 in Kraft.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Abschreckung: Durch höhere Strafen sollen Verkehrsteilnehmer dazu motiviert werden, sich an die Regeln zu halten. Verstöße, die ein hohes Gefährdungspotenzial für andere Verkehrsteilnehmer darstellen, wurden dabei besonders stark sanktioniert.
Höhere Strafen für gefährliche Verstöße
Die drastischsten Erhöhungen betreffen Verstöße, die als besonders gefährlich eingestuft werden. Dazu zählen unter anderem die Nutzung eines Handys während der Fahrt, das Überfahren einer roten Ampel oder das Rechtsüberholen.
Beispiele für neue Bußgelder:
- Handy am Steuer: 440 Euro
- Überfahren einer roten Ampel: 320 Euro
- Rechtsüberholen: 320 Euro
- Falschparken auf Behindertenparkplätzen:-Allgemeiner Behindertenparkplatz: 400 Euro
-Individuell reservierter Behindertenparkplatz: 500 Euro
Diese Verstöße stellen eine erhebliche Gefahr für die Sicherheit im Straßenverkehr dar. Die Regierung hofft, durch die höheren Strafen eine Verhaltensänderung bei den Verkehrsteilnehmern zu bewirken.
Tempoverstöße: Deutliche Erhöhungen auch hier
Auch Geschwindigkeitsüberschreitungen werden künftig teurer. Die neuen Bußgelder gelten sowohl für innerorts als auch für außerorts begangene Verstöße.
Beispiele für Tempoverstöße:
- Innerorts: 10 km/h zu schnell: 95 Euro
- Autobahn: 10 km/h zu schnell: 84 Euro
Die gestaffelten Bußgelder sollen sicherstellen, dass auch kleinere Verstöße nicht unbeachtet bleiben. Gleichzeitig wird durch die höheren Strafen ein stärkerer Fokus auf die Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzungen gelegt.
Kleinere Verstöße bleiben nicht ungestraft
Neben den drastischen Erhöhungen für gefährliche Verstöße wurden auch die Bußgelder für kleinere Regelverstöße angepasst. Dazu zählen beispielsweise das Fahren ohne Sicherheitsgurt oder unnötiges Hupen.
Beispiele für kleinere Verstöße:
- Kein Sicherheitsgurt: 190 Euro
- Allgemeines Falschparken: 130 Euro
Auch wenn diese Verstöße auf den ersten Blick weniger gravierend erscheinen, tragen sie dennoch zur Verkehrssicherheit bei. Die höheren Strafen sollen die Verkehrsteilnehmer dazu anhalten, auch diese Regeln konsequent einzuhalten.
Automatische Kopplung an die Inflation ausgeschlossen
Interessanterweise hat das niederländische Parlament im Oktober 2025 beschlossen, eine automatische Kopplung der Bußgelder an die Inflation künftig auszuschließen. Diese Regelung gilt jedoch noch nicht für die Anpassung im Jahr 2026. Die aktuellen Erhöhungen basieren daher auf einer einmaligen Entscheidung der Regierung.
Vollstreckung der Bußgelder in Deutschland
Für deutsche Autofahrer, die in den Niederlanden unterwegs sind, ist es wichtig zu wissen, dass niederländische Bußgelder ab einer Höhe von 70 Euro auch in Deutschland vollstreckt werden können. Punkte oder Fahrverbote aus den Niederlanden haben jedoch keine Gültigkeit in Deutschland.
Wichtige Hinweise:
- Bescheide nicht ignorieren: Wer einen Bußgeldbescheid aus den Niederlanden erhält, sollte diesen nicht ignorieren. Andernfalls kann der Betrag erheblich erhöht werden. Beim ersten Mal wird das Bußgeld um 50 Prozent erhöht, beim zweiten Mal verdoppelt.
- Zahlungsaufforderungen ernst nehmen: Um zusätzliche Kosten zu vermeiden, sollten Bescheide fristgerecht beglichen werden.
Fazit
Die Niederlande setzen mit den neuen Bußgeldern ein klares Zeichen für mehr Verkehrssicherheit. Die drastischen Erhöhungen sollen Verkehrsteilnehmer dazu anhalten, sich an die Regeln zu halten und gefährliches Verhalten zu vermeiden. Besonders hohe Strafen für Handyverstöße, Rotlichtmissachtungen und Falschparken auf Behindertenparkplätzen unterstreichen die Priorität, die die Regierung der Sicherheit im Straßenverkehr einräumt.
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