Probleme mit dem Zahnriemen bei Ford EcoBoost-Motoren

Probleme mit dem Zahnriemen bei Ford EcoBoost-Motoren

(Bild, Parvez Azarqaderi, unsplash)

Zahnriemenprobleme können bei einigen Ford-Modellen ein erhebliches Risiko darstellen. Wir erläutern das Problem und geben Tipps für eine lange Lebensdauer des EcoBoost-Motors.

Dieses Problem trifft Autobesitzer oft völlig unerwartet: Ford-Fahrer können sich in der Regel über erschwingliche Preise, sportliche Fahrwerke und umfangreiche Ausstattungspakete freuen – all das kombiniert mit langlebiger Technik. Beim 1,0-Liter EcoBoost-Motor mit drei Zylindern, der in Modellen wie Fiesta, Focus, C-Max, Mondeo und verschiedenen kleinen bis mittelgroßen SUVs verbaut wurde, ist jedoch Vorsicht geboten.

Langfristige Betrachtungen zeigen, dass dieser Motor häufig kostspielige Auffälligkeiten aufweist – und zwar modellübergreifend. Der Grund dafür ist der im Ölbad laufende Hightech-Zahnriemen für den Antrieb der beiden Nockenwellen sowie ein zweiter Riemen für den Ölpumpenantrieb. Ziel dieser Konstruktion war eine erhöhte Laufruhe, geringere Reibungsverluste und eine längere Lebensdauer des Riementriebs.

Kapitale Zahnriemenschäden weit vor dem Wechselintervall

In der Praxis zeigt sich jedoch, dass diese Konstruktion überaus sensibel und fehleranfällig ist. Kfz-Meister Rüdiger Kuhnt aus Eitorf in Nordrhein-Westfalen kennt die Sorgen und Probleme seiner EcoBoost-kundigen Kunden nur zu gut. Viele Fahrzeuge mit dem 1,0-EcoBoost-Motor in seinem Kundenstamm hatten schon kapitalen Zahnriemenschäden weit vor dem vorgesehenen Wechselintervall.

Eine generelle Prognose, ob und wann Ford-Modelle mit dem Dreizylinder-Turbomotor von Problemen betroffen sind, ist laut Kuhnt nicht möglich: „Es gibt EcoBoost-Motoren, die lange problemlos laufen. Aber auch viele, die früh Probleme bereiten.“ Typische Anzeichen für Probleme sind laut Kuhnt Zahnriemen, die Zähne verlieren oder sich unbemerkt auflösen, bis kein Öldruck mehr vorhanden ist. Dokumentiert sind fehlende Zähne am Zahnriemen sowie großflächige Rissbildungen an der Außenseite des Zahnriemens. Oftmals ist die Verwendung von nicht geeignetem Motoröl die Ursache, wenn sich der Zahnriemen auflöst. Auch übermäßiger Kraftstoffeintrag ins Öl durch häufige Kurzstrecken kann das Defektrisiko erhöhen, doch nicht immer lässt sich die genaue Ursache eindeutig klären. Bei stark rissigen Zahnriemen schrillen die Alarmglocken in der Werkstatt. Häufige Ursache: falsches oder überaltertes Öl.

Die Bedeutung der richtigen Ölspezifikationen

Ford-Sprecher Ingo Berendt betont die Wichtigkeit der richtigen Ölsorte für den bis zu 240.000 Kilometer lang nutzbaren Zahnriemen laut Serviceunterlagen. Die freigegebenen Öl-Spezifikationen sind 0W-20 WSS-M2C954-A1 (neue Spezifikation und rückwärtskompatibel) sowie 5W-20 WSS-M2C948-B. Da sich die Spezifikationen jedoch ändern können, empfiehlt Berendt, stets Rücksprache mit einem Ford-Betrieb zu halten und sich nach der Bedienungsanleitung beziehungsweise Kundenliteratur zu richten.

Risiken bei eigenständigem Ölwechsel

Besonders kritisch wird es, wenn Besitzer nicht über die zwingend notwendige Einhaltung der vorgegebenen Spezifikation informiert sind. Allein die Viskosität, also die Angabe auf der Öldose, auf die sich viele beim Kauf des Öls verlassen, gibt nicht die notwendige Auskunft darüber, ob das Öl für den EcoBoost-Motor geeignet ist. Der unbedachte Kauf einer Öldose an der Tankstelle kann somit zum Risiko für den Motor werden.

Was tun bei ersten Anzeichen von Problemen?

Noch kritischer wird es bei älteren Fahrzeugen, die sich außerhalb der Garantiezeit befinden. Hier steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Ölwechsel in Eigenregie und ohne notwendige Kenntnis der Öl-Problematik durchgeführt wird. Wenn der Zahnriemenservice ansteht, rät Kfz-Meister Kuhnt von einem bloßen Wechsel des Riemens ab. Seine Beobachtung ist, dass viele Motorschäden nicht aus einem klassischen Zahnriemenriss resultieren, sondern aufgrund eines nicht gereinigten Ölsiebs erfolgen. Wenn das Ölsieb durch Zahnriemenpartikel oder Abrieb zugesetzt ist, wird der Ölkreislauf in der Folge massiv beeinträchtigt, was das Risiko einer Mangelschmierung durch zu geringen Öldurchsatz erhöht.