Defekter Querlenker: Erkennen von Symptomen, Reparatur und Kosten im Überblick

Defekter Querlenker: Erkennen von Symptomen, Reparatur und Kosten im Überblick

(Bild, Oli Woodmann, unsplash)

Ohne Querlenker wäre das Fahren eines Autos nicht möglich. Sie stabilisieren das Fahrzeug und sorgen für die richtige Ausrichtung der Räder. Ist dieses Bauteil defekt, merken Autofahrer dies sofort.

Funktion des Querlenkers

Die Räder eines Autos müssen nicht nur das Fahrzeug tragen, sondern auch Federn, Lenken und Antreiben ermöglichen – daher sind sie beweglich befestigt. Eines der beweglichen Verbindungselemente zwischen Karosserie und Rädern ist der Querlenker.

Was bereitet dem Querlenker Probleme?

Je nach Straßenbeschaffenheit und Kilometerleistung kommt es zu Verschleiß an den Verbindungselementen. Der Gummi in den Silentbuchsen altert, verhärtet und bekommt Risse. Manchmal löst sich der Gummi von den umgebenden Metallbuchsen, was ein unüberhörbares Knacken oder Klappern im Fahrwerk verursacht. Auch das Kugelgelenk zeigt irgendwann Abnutzung und bekommt Spiel. Der Querlenker selbst, also das Metallbauteil, verschleißt normalerweise nicht. Es sei denn, Rost setzt ihm über viele Jahre zu oder er wird durch einen Aufprall, etwa gegen einen Bordstein, verbogen. Ein verbogener Querlenker darf nicht geradegebogen werden, da er sonst bei der nächsten Belastung brechen könnte.

Symptome defekter Querlenker erkennen

Querlenker sind nicht vor Alterung und Verschleiß geschützt, was von Faktoren wie Fahrzeugalter, Laufleistung und Fahrweise abhängt. Ein defekter Querlenker macht sich durch ein verändertes Fahrverhalten bemerkbar. Autofahrer erkennen die Auswirkungen schnell an diesen typischen Warnhinweisen:

Symptome defekter Querlenker an den Vorderrädern:

  • Fahrzeug bricht aus der Spur, mangelnder Geradeauslauf
  • Unpräzise oder sehr empfindliche Lenkung
  • Klappergeräusche während der Fahrt
  • Knackende oder knarzende Geräusche beim Lenken
  • Einseitiger Verschleiß an einem Vorderrad
  • Zeitverzögerte Lenkbewegungen
  • Fahrzeug zieht beim Bremsen oder Beschleunigen nach rechts oder links

Anzeichen für defekte Querlenker an den Hinterrädern:

  • Geräusche wie Knarzen, Rumpeln oder Quietschen
  • Fahrzeugheck bricht beim Wechsel von Kurven- zur Geradeausfahrt aus

Reparatur und Kosten

Je nach Fahrzeug lassen sich die Gelenke des Querlenkers austauschen oder nicht. Manche Hersteller verpressen sowohl das radseitige Kugelgelenk als auch die Gummimetallbuchsen fest mit dem Lenker, sodass bei einem Defekt das ganze Bauteil ersetzt werden muss. Andere Querlenker ermöglichen den Austausch einzelner Teile. Generell empfiehlt es sich, alle Verschleißteile auf beiden Seiten des Autos zu erneuern, um eine gleichmäßige Fahrstabilität zu gewährleisten.

Ein Querlenker für ein deutsches Mittelklasseauto kostet beim Vertragshändler etwa 150 bis 200 Euro. Im Aftermarket gibt es dieselben Teile etwa 20 bis 30 Prozent günstiger. Alternativen von namhaften Großhändlern sind für weniger als 100 Euro erhältlich, besitzen jedoch oft eine Vollgummibuchse statt eines Hydrolagers. Sehr billige Angebote für weniger als 50 Euro bestehen aus Gusseisen und erfüllen oft nicht die erforderlichen Maße, was zu Problemen bei der Fahrwerkseinstellung und Sicherheitsrisiken führen kann. Eine Achsvermessung sollte stets vom Profi durchgeführt werden.

Risiken bei Eigenreparaturen

Reparaturen am Fahrwerk sollten nur von Fachkundigen ausgeführt werden, da schon kleine Fehler beim Einbau von Fahrwerksteilen zu Unfällen führen können. Beispielsweise müssen Gummimetallbuchsen erst festgezogen werden, wenn das Auto auf den Rädern steht, um Überdehnungen zu vermeiden. Jede Reparatur an radführenden Teilen sollte mit einer Achsvermessung abgeschlossen werden, um die korrekte Spur sicherzustellen.

Aufbau und Funktion des Querlenkers

Der Querlenker erhält seinen Namen durch seine Drehachse, die es ihm erlaubt, quer zur Fahrtrichtung auf und ab zu schwenken. Es gibt auch Längs- und Schräglenker. Die Beweglichkeit des Querlenkers wird durch entsprechende Lagerungen sowohl an der Karosserie als auch radseitig gewährleistet. Am Vorderrad ist ein Kugelgelenk erforderlich, während hinten oft eine Silentbuchse verwendet wird.

Ein Querlenker ist im Wesentlichen eine Stange mit zwei Aufhängungspunkten, die Kräfte in ihrer Längsrichtung übertragen. Bei doppelten Querlenkern, wie sie bei der Vierlenkerachse verwendet werden, wird eine besonders präzise Radführung ermöglicht. Querlenker werden je nach Konstruktion als Blechpressteil, aus Schmiedestahl oder in höheren Preisklassen auch aus leichtem Aluminium gefertigt.