Schäden durch Schlaglöcher: Wer übernimmt die Reparaturkosten?

Schäden durch Schlaglöcher: Wer übernimmt die Reparaturkosten?

(Bild, Anja Bauermann, unsplash)

Ein harter Schlag aus dem Nichts – und das Auto ist beschädigt. Schlaglöcher können zur tückischen Falle für Autofahrer werden. Kommt es dadurch zu Schäden, sollten Autofahrer nicht auf Schadenersatz vom Staat hoffen.

Entstehung von Schlaglöchern im Winter

Winterliche Witterungsverhältnisse mit abwechselndem Frost- und Tauwetter sowie marode Straßenbeläge erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Schlaglöcher entstehen. Rissiger Asphalt ist der erste Schritt. Wasser dringt in die Risse ein, gefriert und dehnt sich aus, wodurch der Asphalt aufgesprengt wird. Mechanische Erschütterungen durch den Verkehr vergrößern das Schlagloch.

Maßnahmen im Schadensfall

Wer in ein Schlagloch fährt und dadurch sein Auto beschädigt, sollte alle Details genau dokumentieren: Wie ist der Schaden entstanden und wann? Wo befindet sich das Schlagloch? Gibt es Warnhinweise oder -schilder? Der wichtigste Tipp nach einem Schlaglochschaden lautet: Fotografieren Sie die Unfallstelle, das Schlagloch sowie den Schaden am Wagen! Diese Angaben und Fotos können die Schadenregulierung der Kfz-Versicherung beschleunigen. Unter Umständen sollten Autofahrer auch die Polizei rufen, besonders bei größeren Schäden oder wenn das Schlagloch andere Verkehrsteilnehmer gefährdet.

Versicherungen und Schlaglochschäden

Die Vollkaskoversicherung übernimmt Schäden, die durch Schlaglöcher am Auto entstehen. Prinzipiell ersetzt die Vollkaskoversicherung Schäden am eigenen Auto, auch nach einem selbst verursachten Unfall. Wer den Schaden über die Vollkaskoversicherung abwickelt, muss jedoch die vereinbarte Selbstbeteiligung bezahlen und wird in der Schadenfreiheitsklasse hochgestuft.

Die Kfz-Haftpflicht- und die Teilkaskoversicherung übernehmen keine Schlaglochschäden. Die Kfz-Haftpflicht entschädigt hauptsächlich Unfallopfer, während die Teilkaskoversicherung bei Diebstahl, Wildunfällen oder Schäden durch Naturgefahren leistet.

Typische Autoschäden durch Schlaglöcher

  • Kaputte Reifen
  • Beschädigte Felgen
  • Verbogene Spurstange
  • Verzogenes Fahrwerk
  • Beschädigte Radaufhängung
  • Verändertes Fahrverhalten
  • Riss in der Ölwanne

Staatliche Haftung für Schlaglochschäden

Der Staat ist verpflichtet, auf Straßenschäden hinzuweisen. Den Nachweis, dass Bund, Land oder Kommune ihrer Verkehrssicherungspflicht nicht nachgekommen sind, zu erbringen, ist jedoch schwierig. Daher sind die Aussichten auf staatlichen Schadenersatz äußerst gering.

Wenn Warnschilder auf Straßenschäden hinweisen oder der Autofahrer zu schnell unterwegs war, sinkt die Wahrscheinlichkeit für Schadenersatz gegen Null. Das Sichtfahrgebot, festgelegt in der Straßenverkehrsordnung, besagt, dass Autofahrer mit angemessenem Tempo unterwegs sein und rechtzeitig vor Gefahrenstellen, einschließlich Schlaglöchern, reagieren müssen.

In seltenen Fällen können Geschädigte Erfolg mit einer Klage haben. Im Jahr 2006 sprach das Landgericht Meiningen einer Autofahrerin einen Schadenersatz von 403,63 Euro zu, weil sie der Stadt Suhl Mängel bei der Absicherung von Fahrbahnschäden nachweisen konnte. In anderen Urteilen wurde jedoch die Übernahme der Schäden abgelehnt, mit der Begründung, dass bei allgemein schlechten Straßenzuständen, ausreichender Beschilderung und angemessener Fahrweise Schäden vermieden werden können.