Günstig unterwegs: So kommen Sie fast kostenlos ans Ziel

Günstig unterwegs: So kommen Sie fast kostenlos ans Ziel

(Bild, Why Kei, unsplash)

Autovermietungen können kostspielig sein, doch es gibt eine günstige Alternative: die sogenannten Relocation- oder Überführungsfahrten. Diese bieten eine preiswerte Möglichkeit, von einer Stadt zur nächsten zu gelangen, wenn man flexibel ist. Hier sind einige wichtige Punkte, die Sie dabei beachten sollten:

Mit Relocation-Fahrten fast umsonst unterwegs

Mit Relocation-Fahrten übernehmen Mieter die Aufgabe, Mietfahrzeuge von einem Standort zu einem anderen zu bringen, meist in eine andere Stadt. Dies spart den Autovermietungen die Kosten für eigene Fahrer oder teure Autotransporter. Der Vorteil für die Mieter: Sie erhalten ein nahezu neues Fahrzeug, das sie kostenlos oder für einen symbolischen Euro nutzen können. Allerdings sind die Strecke und die Zeit stark reguliert.

Angebote der Autovermieter

Unternehmen wie Starcar, Hertz, Europcar, FlipCar , Carl und Carla, Nextmoove oder Movacar bieten solche Relocation-Fahrten an. Diese Fahrzeuge sind oft mietfrei oder kosten nur einen symbolischen Euro, wie bei Sixt. Movacar übernimmt einige Mietwagen-Überführungen großer Unternehmen wie Enterprise, Sixt, Avis und Volkswagen Rent a Car. Die Bedingungen der Anbieter variieren leicht, doch grundsätzlich handelt es sich um eine sehr kostengünstige Möglichkeit, ein Mietfahrzeug zu buchen.

Flexibilität und Planung sind entscheidend

Mieter müssen genau hinsehen und gut planen. Überführungsfahrten finden oft zwischen Großstädten statt, manchmal jedoch auch zwischen kleineren Städten oder zu abgelegenen Zielen. Auch Fahrten ins Ausland wie nach Großbritannien, Spanien oder Frankreich sind möglich.

„Daher muss das Angebot zur geplanten Reise passen, und Mieter müssen sehr flexibel sein,“ sagt Constantin Hack vom Auto Club Europa (ACE). „Relocation-Fahrten eignen sich eher für flexible Mieter mit viel Zeit.“ Wer weiter entfernt wohnt oder ein abgelegenes Ziel hat, muss zuerst auf eigene Kosten zum Fahrzeug gelangen.

Beschränkungen bei Strecke und Zeit

Normalerweise sind die Mieter auch hinsichtlich Strecke, Zeit und möglicher Kilometer stark eingeschränkt. Zudem gilt die Relocation-Miete in der Regel nur für eine Strecke. Für den Rückweg müssen sich Mieter eine Alternative suchen, wie etwa die Bahn, die jedoch wieder Geld kostet. Oft haben die Mieter nur 24 Stunden Zeit, den Mietwagen am vorgegebenen Zielort abzugeben, und die meisten Anbieter erlauben nur eine begrenzte Anzahl an Extra-Kilometern. Spontane Umwege oder längere Zwischenstopps sind oft nicht möglich.

„Trotz all der Einschränkungen: Für flexible Bucher, die spontan eine günstige Möglichkeit für eine Tour suchen, kann eine Relocation-Miete durchaus attraktiv sein,“ sagt Andrea Steinbach, Juristin bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

Vertrag sorgfältig lesen

Vor der Miete und der Unterzeichnung des Mietvertrags rät Constantin Hack zum aufmerksamen Lesen des Vertrags inklusive der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). „Auch wenn es mühsam ist, sollten Mieter das Kleingedruckte genau lesen,“ sagt er. Darin stehen eventuelle Fallstricke wie eine hohe Selbstbeteiligung nach einem Unfall oder das genaue Zeitfenster sowie die freien Kilometer bei der Überführung.

„Erst danach wissen Mieter, was ein Umweg kosten würde und ob er überhaupt möglich ist,“ sagt er. Auch Hinweise auf das Nachfüllen des Kraftstoffs, eventuellen freien Kraftstoff, Altersgrenze der Mieter und Stornogebühren finden sich in den Verträgen.

„Bei einer Selbstbeteiligung von 1000 oder sogar 2000 Euro sollten Mieter stutzig werden oder besser eine zusätzliche Versicherung abschließen,“ rät Constantin Hack. Wie bei herkömmlichen Mietangeboten kann das Mindestalter der Mieter erst bei 21 oder gar 25 Jahren liegen.

Achtung: Manchmal ist der Kofferraum schon belegt

Mieter sollten vor der Miete darauf achten, ob Tankfüllung und Vollkaskoversicherung enthalten sind. Zumindest eine Vollkaskoversicherung gehört unbedingt zur Miete dazu. Notfalls kann diese auch dazugebucht werden. „Wer mit der Familie spontan verreisen möchte, benötigt ein größeres Auto. Bei manchen Anbietern ist im Vorfeld aber nicht ersichtlich, um welche Fahrzeuggröße es sich handelt,“ sagt Andrea Steinbach.

Einige Vermieter transportieren in ihren Fahrzeugen auch Reifen, meist in der Reifenwechsel-Zeit im Oktober und April. Dann ist der Kofferraum vor der Übernahme vollgeladen, und kein Gepäck passt mehr hinein.

Bei der Übergabe des Mietwagens ist es wichtig, das Fahrzeug gründlich auf Lackkratzer, Dellen oder Beulen zu überprüfen und eventuelle Schäden zu dokumentieren. Dazu gehören auch Flecken und Verschmutzungen im Innenraum sowie im Kofferraum. „Das funktioniert bei manchen Anbietern einfach über eine App, bei der User Fotos gleich hochladen können,“ sagt Hack. Wer auf Nummer sicher gehen will, speichert seine Fotos zusätzlich ab. So wird die kostenlose Fahrt nicht im Nachhinein teuer.