RatgeberAuto im Wasser: So befreien Sie sich und Ihre Mitfahrer rechtzeitig
Gerät ein Fahrzeug in einen Fluss, einen See oder eine überflutete Unterführung, bleiben den Insassen oft nur wenige Augenblicke für die Flucht. Wie lange der…

Die Thermosflasche liegt auf dem Beifahrersitz, das Smartphone in der offenen Mittelkonsole und im Kofferraum rollt eine Wasserflasche umher. Das wirkt harmlos – bis eine Vollbremsung oder ein plötzliches Ausweichmanöver nötig wird. Dann bewegen sich ungesicherte Dinge mit der ursprünglichen Geschwindigkeit weiter und können Insassen schwer verletzen.
Die Antwort auf die Alltagsfrage ist daher eindeutig: Lose Gegenstände im Auto müssen so verstaut oder gesichert werden, dass sie nicht verrutschen, umfallen, umherrollen oder durch den Innenraum fliegen können. Das gilt nicht nur für Urlaubskoffer und Umzugskartons, sondern auch für Einkaufstaschen, Laptops, Werkzeuge, Getränkeflaschen und andere Alltagsgegenstände.
Die zentrale Vorschrift enthält § 22 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO). Danach sind Ladung, Sicherungsmittel und Ladeeinrichtungen so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei einer Vollbremsung oder einer plötzlichen Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm verursachen. Der Begriff Ladung umfasst dabei auch Gegenstände, die Privatpersonen im Auto transportieren.
Zusätzlich verpflichtet § 23 StVO den Fahrer dazu, für einen vorschriftsmäßigen Zustand von Fahrzeug und Ladung zu sorgen. Sicht und Gehör dürfen nicht beeinträchtigt werden. Ein Paket auf dem Armaturenbrett ist deshalb gleich doppelt problematisch: Es kann die Sicht einschränken und bei einer Bremsung in den Innenraum geschleudert werden. Auch eine kurze Fahrt zum Supermarkt oder zur Post rechtfertigt keine Ausnahme.
Bei unzureichend gesicherter Ladung kann ein Verwarnungsgeld von regelmäßig 35 Euro anfallen. Werden andere gefährdet, drohen üblicherweise 60 Euro und ein Punkt in Flensburg; kommt es zu einem Unfall, sind in der Regel 75 Euro und ein Punkt vorgesehen. Maßgeblich bleibt der konkrete Einzelfall. Auch die Kaskoversicherung kann ihre Leistung bei grob fahrlässigem Verhalten abhängig vom Tarif und vom Verschuldensgrad kürzen.
Bei einer abrupten Verzögerung bremst das Fahrzeug, ein ungesicherter Gegenstand behält jedoch zunächst seine Geschwindigkeit. Gestoppt wird er erst durch die Windschutzscheibe, eine Sitzlehne oder einen Menschen. Je größer Masse und Geschwindigkeit und je kürzer der Bremsweg des Gegenstands sind, desto heftiger wirkt der Aufprall. Schon eine gefüllte Metallflasche kann deshalb erhebliche Verletzungen verursachen.
Besonders riskant ist die Rückbank. Eine Tasche wirkt dort zwar gut aufgehoben, bewegt sich bei einem Frontalaufprall aber unmittelbar in Richtung der Vordersitze. Schwere Gegenstände gehören deshalb möglichst tief in den Kofferraum und direkt an die Rücksitzlehne. Freie Zwischenräume sollten vermieden oder ausgefüllt werden. Zurrgurte müssen an den vorgesehenen Ösen befestigt sein; ein dünnes Gepäcknetz eignet sich dagegen nur für leichte Gegenstände.
Wirksame Ladungssicherung im Auto beginnt mit einer einfachen Frage: Wohin würde dieser Gegenstand bei einer Vollbremsung fliegen? Kleinteile gehören in geschlossene Ablagen, schwere Stücke in den Laderaum. Eine Antirutschmatte verringert das Verrutschen, ersetzt bei schweren Gepäckstücken aber weder einen Gurt noch eine formschlüssige Unterbringung.
Auch Tiere müssen sicher transportiert werden. Geeignet sind je nach Größe und Fahrzeug eine befestigte Transportbox, ein geprüftes Sicherheitsgeschirr oder ein stabiles Trenngitter. Eine einfache Laderaumabdeckung schützt lediglich vor Blicken und hält schwere Gegenstände oder Tiere bei einem Aufprall nicht zuverlässig zurück.
Eine Decke über dem Gepäck verhindert weder das Verrutschen noch das Umherfliegen. Auch ein bis zum Dach beladener Kofferraum ist ohne stabiles Trenngitter oder geeignetes Trennnetz gefährlich. Taschen sollten nicht lose auf umgeklappten Rücksitzlehnen liegen. Prüfen Sie außerdem die Belastbarkeit von Netzen, Gurten und Verzurrösen: Nicht jedes Zubehör ist für schwere Ladung ausgelegt.
Entscheidend ist nicht die Größe eines Gegenstands, sondern ob er sich bei einer Notbremsung unkontrolliert bewegen kann. Geschlossene Ablagen, stabile Kisten, eine durchdachte Platzierung und passende Zurrgurte genügen im Alltag meist. Ziehen Sie vor dem Start kurz an Taschen, Kisten und Koffern. Bewegt sich etwas deutlich, sollte es neu verstaut oder zusätzlich gesichert werden. Diese halbe Minute kann Verletzungen verhindern und schützt zugleich vor rechtlichen und finanziellen Folgen.
Redaktion von KFZ News 24. Wir berichten über aktuelle Entwicklungen aus den Bereichen Auto, Mobilität, Verkehr und Fahrzeugtechnik. Neutral, verständlich und aktuell.
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